Digitalisierung im Gesundheitswesen

Christian Klose am Rednerpult. Daneben ein Monitor.

Im Fokus der 13. Sitzung unseres UrologieBeirats am 14. Mai in Berlin stand die digitale Zukunft im Gesundheitswesen. Die Referenten Christian Klose, Ständiger Vertreter der Abteilung 5 „Digitalisierung und Innovation“ beim Bundesministerium für Gesundheit, RA Dr. iur. Constanze Püschel, Partner bei D+B Rechtsanwälte sowie Dr. Florian Fuhrmann, Geschäftsführer der KV Telematik GmbH, diskutierten mit Abgeordneten des Bundestags, BvDU-Vertretern und weiteren Teilnehmern lebhaft darüber, welche Chancen, Herausforderungen und Risiken Telematikinfrastruktur, elektronische Patientenakte & Co. bergen.

Digitalisierung aktiv gestalten

Christian Klose formulierte die aus Sicht des BMG wichtigsten Ziele der Digitalisierung: Bessere und effizientere Versorgung durch übergreifende Kommunikation&Vernetzung, Verbesserung der Versorgung z.B. durch Telemedizin, Stärkung der Patientensouveränität und Gesundheitskompetenz durch neue mobile Technologien sowie bessere Nutzbarmachung von Daten für Forschung, Diagnose, Therapie durch neue Technologien wie KI oder Big Data. Dabei forderte er die Ärzteschaft dazu auf, die Digitalisierung nicht zu erleiden, sondern aktiv mitzugestalten. „Wir denken bei jedem Gesetzentwurf, den wir machen, auch digital und setzen in den verschiedenen Gesetzen (PpSG, GSAV, TSVG) dringende digitale Regelungen um und gewinnen so an Agilität und Geschwindigkeit“, so Klose.

Trotz Telemedizin bleibt persönliches Gespräch Goldstandard

Diskutiert wurde auch, was beispielsweise die elektronische Patientenakte (ePA) für das ärztliche Haftungsrecht bedeute: Darf der Arzt den dort enthaltenen Daten vertrauen? Laut Medizin-Rechtsexpertin Dr. Constanze Püschel bleibe letztlich immer das Arzt-Patienten-Gespräch mit Anamnese entscheidend, das schreibe die ärztliche Sorgfaltspflicht vor. „Man darf nicht alles in die Telemedizin verfrachten“, so Püschel. „Goldstandard muss immer die persönliche Beratung sein.“ So seien auch Verbände dazu aufgefordert, Leitlinien zu Telemedizin zu formulieren.

Gesundheitswesen muss digital noch aufholen

Dr. Florian Fuhrmann von der KV Telematik sieht noch viel Aufholbedarf in Sachen Digitalisierung des Gesundheitswesens. Man solle nicht weiter zögern und die neuen Technologien als Chance begreifen. Gerade im TSVG sieht er großes Potenzial für die ambulante Versorgung. Es verweise kommerzielle Plattform-Anbieter auf die Plätze und gebe das Heft des Handelns dem KV-System in die Hand.

(Foto: 13. UrologieBeirat, Christian Klose.©BMG)

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